Wut – die meist unterschätzte Emotion | 🎙️Interview
Shownotes
„Du bist wütend? Reiß dich zusammen.“ Vor allem als Mädchen nicht.Viele von uns haben schon in der Kindheit gelernt: Wut ist etwas, das wir besser verstecken. Sie gilt als laut, unbequem, „zu viel“. Also haben wir sie runtergeschluckt. Jahr für Jahr. Jahrzehntelang.
Doch was passiert, wenn wir diese Kraft über so lange Zeit unterdrücken? Warum haben wir verlernt, unsere Wut überhaupt noch zu fühlen – geschweige denn, gesund auszudrücken?
Mit der körperorientierten Elternbegleiterin Saskia Sommer spreche ich über die total unterschätzte Emotion, die eine so große Kraftquelle sein und uns zeigen kann, wenn etwas nicht richtig und gut für uns ist.
Diese Folge ist für dich, wenn du dich selbst oft fragst: „Warum reagiere ich so heftig?“ oder „Darf ich das überhaupt fühlen?“
Sie gibt dir Impulse, dich selbst besser zu verstehen – und einen neuen Umgang mit deiner Wut zu finden und Tipps und Tools, die dir im Alltag helfen, deine Wut klar, gesund und kraftvoll zu leben.
UND JETZT…drück PLAY und lehn dich zurück!
Deine Mareike
Du erfährst...
… warum Wut kein Kontrollverlust ist – sondern ein kraftvolles Alarmsignal deines Körpers.
… wie sich unterdrückte Wut als Spannung, Schmerz oder Dauerstress im Körper festsetzen kann.
… warum Scham & Schuld dich daran hindern, deine Wut gesund zu leben – und was du stattdessen brauchst.
… wie du lernst, erste Warnzeichen deiner Wut zu spüren, bevor sie explodiert.
… wie Kinder uns oft unbewusst an unsere eigene unterdrückte Wut erinnern – und was das über dich selbst verrät.
__________________________
||||| PERSONEN |||||
👤 Mareike Kaczmarek, Podcast Host UND JETZT?
👤 Saskia Sommer, Körperorientierte Elternbegleiterin
__________________________
||||| KAPITEL |||||
(00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema
(00:08:09) Wie zeigt sich Wut in unserem Körper?
(00:17:15) Wie hängen Scham und Schuldgefühle mit Wut zusammen?
(00:24:17) Kinder als Spiegel der Eltern
(00:26:35) Was passiert mit unterdrückter Wut?
(00:31:33) Wut körperlich abbauen
(00:36:26) Wie erkenne ich unterdrückte Wut?
(00:38:20) Angestaute Wut erkennen und loslassen
(00:43:59) Tipps: mit Wut im Alltag umgehen
__________________________
||||| DAS BIN ICH |||||
🙋🏻♀️ Ich bin Mareike, die Stimme hinter UND JETZT! – einem Podcast für Menschen, die das Gefühl haben, festzustecken und mehr vom Leben zu wollen. In meinem Podcast nehme ich dich mit auf eine Reise, um herauszufinden, wer wir wirklich sind, unsere Persönlichkeit zu entdecken und alte Muster zu durchbrechen, um endlich voranzukommen.
👉 In meinem Newsletter fasse ich dir alle zwei Wochen die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten.
💛 Abonniere „UND JETZT?“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse mir bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung!
👥 Ich strebe die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.
Transkript anzeigen
00:00:01: Und jetzt der Podcast mit Mareke Katschmarek.
00:00:16: An sich ist Wut letztlich eine Reaktion unseres Körpers und unseres Verstandes auf das, was ich gerade erlebe.
00:00:25: so wie ich traurig sein kann, so wie glücklich sein kann.
00:00:28: So kann ich auch wütend sein.
00:00:32: Emotionen wollen bewegt werden!
00:00:35: Wenn wir sie nicht bewegen dann kann es halt passieren dass die sich in unterschiedlichen Körperregionen quasi anstaunen.
00:00:44: Was kann ich aber in meinem Leben verändern, mit dieser Wut gut klarzukommen?
00:00:50: Da drück ich es weiterhin.
00:00:50: Veränder' ich mein Leben nicht und bleib alles so wie's ist.
00:00:53: Und wird halt immer, immer
00:00:55: ärger!
00:01:07: Wie du
00:01:19: morgst.
00:01:20: Genau!
00:01:21: Und ich glaube, du gehörst schon fast zum Inventar mehr dazu.
00:01:23: Vierte Folge?
00:01:24: Drotte Folge?
00:01:26: Vierte.
00:01:26: Ich glaub gerne.
00:01:26: Ja cool freue mich sehr dass du heute da bist und wir haben ein super spannendes Thema.
00:01:31: ja erst mal hi und hallo.
00:01:34: Hallo Marike vielen dank für die wiederholte Einladung.
00:01:37: ich freu mich total wieder hier zu sein und macht mir immer wieder großen Spaß
00:01:41: ja mal gucken wie es heute ausgeht.
00:01:43: Heute werden wir unser Gesicht in Falten legen Genau das Gesicht zusammenziehen, die Augenbrauen zusammenkneifen und vielleicht die Zähne aufeinanderpressen.
00:01:53: Heute geht es nämlich um ein Thema, womit wir alle glaube ich ein ziemlich großes Problem haben weil wir's oftmals gar nicht zulassen.
00:02:01: Weil das gehört sich ja nicht!
00:02:03: Das schöne Thema Wut.
00:02:05: Drei kleine Buchschraben mit ganz viel Power.
00:02:10: Absolut
00:02:10: Das Thema Wut.
00:02:12: Wir gucken mal, was steckt denn eigentlich hinter der Wut?
00:02:15: Ist die eigentlich relevant für uns ... Kann man sie wegatmen!
00:02:20: Ja und was eigentlich passiert wenn man die Wut nicht rauslässt?
00:02:23: Für uns als Eltern... Ich meine ich kann ja nur für mich sprechen aber ich glaube, ich spreche da sehr vielen Eltern aus dem Herzen hat mich Wut mit den Kindern eigentlich wie so ein Holzhammer erwischt Weil zum einen Kinder so toll sie sind, so sehr wir sie lieben in uns manchmal unfassbare Wut hervorrufen.
00:02:45: Und zum anderen die Kinder uns ja selber manchmal ganz schön doll ihre Wut entgegenschleudern und wir das versuchen irgendwie entweder an uns abprallen zu lassen oder wir nehmen es auf und dann kann es passieren dass wir in alte Gefühle zurückrutschen und es dann irgendwie komplett gegen die Wand fahren.
00:03:06: All das kann genau so passieren, wie du es sagst.
00:03:09: Oder?
00:03:10: Also ich glaub ... Ich glaub, dass ist so eine intensiven Gefühl, was so Wut anging hat dich lange nicht.
00:03:18: und wie gesagt unsere Kinder sind ja unser Heiliges.
00:03:21: aber wenn wir mal ganz ehrlich sind die wohnen auch aus uns dunkles Seiten hervor.
00:03:27: Absolut.
00:03:27: also ich bin ja körperorientierte Elternbegleitung.
00:03:32: Thema trotzdem immer wieder mal auf.
00:03:34: Und auch bei mir ist nicht alles immer eitel Sonnenschein, auch wenn es meinen Namen vielleicht vermuten lässt.
00:03:41: Aber ja voll!
00:03:42: Also ich kann das total unterschreiben.
00:03:44: und als wir Kinder bekommen haben... also ich habe zwei Kinder die sind jetzt fast acht und neun hab ich mich mit dem ganzen Thema auch noch nicht so intensiv auseinandergesetzt.
00:03:54: Dann habe ich erst mal festgestellt, was sich für eine Wut in mir trage manchmal und dass die Kinder es geschafft haben, sie rauszuholen.
00:04:02: Und ich war von mir selber erschrocken, was da so kam.
00:04:07: Ich kann das total nachführen, was du beschreibst, zu hundert Prozent.
00:04:10: Was ist denn eigentlich Wut?
00:04:12: Eigentlich ist ganz einfach!
00:04:13: Wut ist eine Emotion genauso wie alle anderen Emotionen auch.
00:04:17: Wie Angst, wie Freude, wie Trauer ... alle positiven und negativen Emotionen, die wir als positiv und negativ einstufen.
00:04:28: Da passt die Wut letztendlich genau mit in diese Reihe hinein.
00:04:33: Und schade ist es eigentlich, dass der Wut in diese negative Ecke gedrängt wird.
00:04:40: Weil sie eine Emotion ist, die zu uns gehört.
00:04:43: Die ist total menschlich.
00:04:45: Sie kommt aus unserem Körper und wir verteufeln die relativ häufig.
00:04:49: Und das führt dann zu diesen ganzen Themen, die du schon ein bisschen angeteasert hast ... dass wir halt nicht gut damit umgehen können, dass wir das nicht gut gelernt haben.
00:05:00: Aber in sich ist Wut letztlich eine Reaktion unseres Körpers und unseres Verstandes auf das was ich gerade erlebe.
00:05:09: so wie ich traurig sein kann sowie glücklich sein kann, so kann ich auch wütend sein.
00:05:14: Nur verpacken wir es halt irgendwie in so eine Ecke mit einem Stempel.
00:05:19: Wenn ich jetzt an Stress denke, Stress ist ja letztendlich die Differenz aus dem Wunschzustand und dem Ist-Zustand.
00:05:26: Ich würde nicht mehr gerne, dass etwas so ist.
00:05:29: Dann ist diese Situation eine andere.
00:05:31: Und diese Differenz dazwischen dieser Stress, der dann entsteht ... Kann man das bei Wut ähnlich eigentlich vergleichen?
00:05:38: Dass man was anderes erwartet oder was anders ... gerne gehabt hätte.
00:05:44: Also ganz sicher auch, ich würde sagen zu dem Thema Wut gehören mehrere Punkte.
00:05:49: also einmal ist es etwas hat meine Erwartung nicht erfüllt.
00:05:52: Ich habe mir was vorgestellt und das ist so nicht eingetreten und das macht mich wütend.
00:05:56: Und dann kommt zur Wut.
00:05:58: aber auch das ganz große thema Das wie haben wir selbst gelernt mit Wut umzugehen?
00:06:05: Also war's in ordnung dass wir als junge Mädchen also wenn ich jetzt von uns beiden spreche war es in Ordnung, wenn wir wütend waren.
00:06:14: Was haben wir erlebt als Kinder oder auch für Jungs?
00:06:18: Da muss man zum Beispiel sagen, dass das in der Gesellschaft sehr häufig so verbreitet ist.
00:06:22: Bei Jungs ist das durchaus plausibler- oder okayer als bei Mädchen.
00:06:27: Also ein Mädchen was wütent wird ... Das schickt sich nicht.
00:06:30: So, wie man so schön sagen würde!
00:06:33: Und da gehört dann ganz viel Prägung mit dazu und in manchen Fällen auch Trauma.
00:06:40: Also ich arbeite meiner Arbeit auch traumasensibel, deswegen ab und zu mal so der Schweif dahin.
00:06:44: Aber grundsätzlich ist es ganz viel.
00:06:47: wie haben wir gelernt mit Wut umzugehen?
00:06:49: Und ... Haben wir gelernt dass Wut eben eine Emotion isst die in Ordnung iß und die da sein darf oder was halt in den meisten Fällen in unserer Generation einfach noch der Falle iß.
00:07:01: Ich hoffe das ändert sich mal für die zukünftigen Generationen.
00:07:05: Haben wir halt gelernt, schlechtes ist.
00:07:07: Es ist nicht in Ordnung, wütend zu sein vielleicht laut zu sein mal rauszuprüllen was einem gerade nicht passt Das ist halt eher das was wir gelernt haben dass das nicht in ordnung ist.
00:07:17: und dann wurden wir relativ schnell eher in so eine situation gebracht von okay ich lerne Dass es nicht gut ist meine wu zu zeigen weil Dann hatte ich die liebe die anerkennung Die bindung nicht mehr so zu meiner bezugsperson Und weil mir diese dann fehlt Pass ich mich an.
00:07:35: Das sind meine Überlebensstrategien, meine Schutzstrategie, die ich als junger Mensch, als kleiner Mensch finde und die sich dann darin äußern, dass wir eben den Umgang nicht lernen sondern das wir diese Wut eigentlich verdrängen also das wir sie nicht zeigen.
00:07:50: Dass wir eben dazu übergehen, das brave kleine Mädchen oder der brave Kleine Junge zu sein oder das braVE kleine Kind.
00:07:58: Und da ist es halt so, dass man sagen muss Da geht's ja schon wirklich ans eingemacht auch.
00:08:03: Also was hat es mit mir gemacht und was habe ich darüber gelernt?
00:08:07: Was ist meine Geschichte mit der Wut?
00:08:09: Wie zeigt sich denn Wut generell im Körper, außer klassisch die Zähne aufeinanderbeißen?
00:08:14: Also generell kann man sagen das ist natürlich sehr individuell.
00:08:17: Generell kann ein schöner Satz sein.
00:08:22: Es ist tendenziell sehr individuelle.
00:08:23: Wut kann sich bei jedem etwas anders zeigen.
00:08:26: Wenn Wut rausbricht, ist es häufig mit einer aggressiveren Körperhaltung verbunden.
00:08:32: Mit einer Präsenz ist kein zurückgezogenes kleines Wesen.
00:08:37: Es ist präsent und wutkarrelt raus.
00:08:42: In der Regel beschleunigt sich der Herzschlag nicht, dass die Atmung schneller wird und flacher wird.
00:08:49: dass wir uns anspannen im Körper.
00:08:51: Wir finden eher Anspannung als Entspannungen im Körper und das kann aber wiederum bei jedem Menschen ein bisschen anders sich zeigen, also bei dem einen versteift sich oder verhärtet sich vielleicht der Nacken, bei dem anderen sind es die Zähne, die er aufeinander beißt wie du schon sagst.
00:09:06: Und beim nächsten ist es so, dass es total auf den Magen schlägt.
00:09:10: Das kann man sich sehr individuell zeigen ist in der Regel immer eher ein Erregungszustand.
00:09:17: Wenn wir vom Nervensystem sprechen, dann ist da der Sympathikus sehr erregt und angeregt.
00:09:23: Und die Reaktionen, die im Nervensystem stattfinden, sind häufig Flucht- oder Kampfreaktion.
00:09:32: Also dieses klassische Bild, das Siebelzahntiger kommt wie reagierlich.
00:09:38: Das bewuht auch so, dass sich diese Überlebensstrategie voll raus ... und entweder ich bin so wütend und renne weg, schlag die Türen zu.
00:09:48: Dann ist das eher eine Fluchtreaktion oder ich bin wütender, dass ich Bock habe auf mein Gegenüber einzuboxen?
00:09:54: Dann ist es halt eher die
00:09:55: Kampfsituation.".
00:09:57: Wie entscheidet sich das, ob man in Flucht- oder in Kampf
00:10:00: geht?".
00:10:00: Das sind Millisekunden!
00:10:02: Und das ist nichts was wir bewusst entscheiden.
00:10:04: also das findet nicht in unserem Kopf statt.
00:10:06: und ich denke jetzt so okay... Jetzt bin ich wütent.
00:10:10: Was mache ich denn mal
00:10:12: heute?!
00:10:13: oder jetzt in dieser Situation, ich hab Lust zu fliehen.
00:10:15: Also renne ich weg und schlag die Tür
00:10:17: zu.".
00:10:18: Nee!
00:10:18: Das passiert einfach im Windeseile.
00:10:21: also unser Körper reagiert an der Stelle so viel schneller als unser Verstand.
00:10:27: Und deswegen ist das mit der WU tatsächlich auch häufig eine Sache.
00:10:32: Es ist schon nicht von der Hand zu weisen dass man diese Einteilung von negativ und positiv hat wenn ... Ich sag mal wenn ich jetzt überglücklich und total freudig bin, dann zeige ich das, indem ich rumspringe oder jemanden umarme.
00:10:45: Dann kann es eine Sache sein die sehr viel einfacher zu ertragen ist und sehr viel einfacher auch zu händeln ist für sich selbst als wenn wir uns die Wut anschauen.
00:10:55: in der Wut da sind's halt die zugeschlagenen Türen oder vielleicht von den Kindern auch dann der Tritt oder das Kneifen oder was auch immer gerade so da ist.
00:11:07: Aber man kann auch nicht sagen, dass das Erwachsene nicht auch machen.
00:11:09: Es gibt genügend Erwachsenen, die sich da nicht kontrollieren können und das ist sehr viel weil es in unserem Bewusstsein feststeckt.
00:11:17: diese Wut kommt uns überrollt uns förmlich Und wir haben fast keine Chance In dem Moment selbst wo's passiert Das aufzuhalten.
00:11:28: also das ist super schwer und für Erwachsenen ist es halt dann so Dass wir daran arbeiten können in unser Unterbewusstsein einzutauchen mehr über unsere Geschichte zu lernen, mehr darüber zu lernen.
00:11:39: Was habe ich eigentlich für einen Umgang mit Wut?
00:11:41: Was hab' ich eigentlich dazu gelernt?
00:11:43: Darfte ich früher wütend sein!
00:11:46: War das in
00:11:46: Ordnung?!
00:11:48: Und war dann jemand für mich da oder war da niemand und war ich dann allein?
00:11:54: Das sind halt so Situationen die wir nicht wieder hervorrufen wollen.
00:11:59: Das sind diese unterbewussten Reaktionen, die so schnell passieren dass eben in dem Moment keinen Chance haben zu entscheiden, wie reagiere ich jetzt?
00:12:09: Und mit zunehmendem Alter hat man aber die Möglichkeit genau das zu lernen.
00:12:13: Also dieses sogenannte Impulskontrolle spricht man ja häufig bei Kindern davon und da ist es halt gerade für Eltern einfach auch super, super wichtig dass es eben Kinder in einem bestimmten Entwicklungsstadium noch nicht können Dass sie ihre Impulsivität noch nicht kontrollieren können und dass das völlig in Ordnung ist, weil sie es eben einfach noch nicht gelernt haben.
00:12:37: Und das braucht seine Zeit und das braucht ganz viel Regulation beziehungsweise Co-Regulation also die Unterstützung diese Gefühle und Emotionen aushalten zu können.
00:12:49: Dass jemand bei mir ist, dass jemand mir hilft durch diese Gefülle zu gehen und diese Gefühl da sein lässt.
00:12:56: Und wenn wir das alles gelernt haben, dann lernen wir auch mit der Zeit ... Okay.
00:13:01: Es ist nicht in Ordnung, dass ich jetzt meine Faust ins Gesicht ramme und merke viel schneller umso mehr ich mich damit beschäftige, dass die Wut sich ankündigt in mir.
00:13:12: Wenn sie sich ankünstigt, habe ich die Chance zu reagieren.
00:13:16: Weil ich schon schneller spüre in mir, ah okay hier verspannts dich was!
00:13:20: In meiner Elternarbeit spreche ich gerne mal von der seismografischen Fähigkeit Wenn wir uns diesen Seismografen vorstellen, der die kleinsten Erdbewegungen aufzeichnet und dann abzeichnen kann ob ein Erdbäben kommt oder nicht.
00:13:34: Und das kann ich halt in meinem Körper feststellen?
00:13:36: Ich kann mit meinem Körper spüren, da kommt eine mini kleine Anspannung... ...ich spüre sie!
00:13:41: Da habe ich bis zu dem Vulkanausbruch oder bis zum großen Erdbaben noch etwas Zeit.
00:13:47: In dieser Zeit habe ich tatsächlich die Möglichkeit, wenn ich mir das ins Bewusstsein hole, zu reagieren.
00:13:54: Dann hat mein Seismograph schlecht gearbeitet am Samstag.
00:13:59: Nein, er hat am Wochenende auch nicht immer tallos gearbeitet.
00:14:03: Ja, muss ich irgendwie machen zur Inspektion aber das war wirklich so... Ich war verhältnismäßig ruhig den ganzen Vormittag und den ganzen Nachmittag Und dann wollten wir abends weggehen und ich bin komplett an die Decke gegangen und wir haben sehr hohe Decken.
00:14:16: Und ich wusste auch selber gerade gar nicht woher das herkam und ich habe das aber nicht richtig kummengespürt.
00:14:23: Das fand ich krass.
00:14:24: Das ist
00:14:24: ein Prozess, vielleicht nur ganz gut.
00:14:28: Das heißt dann auch nicht, dass man das immer und gleichgut kann?
00:14:31: Also ... Ich kann das mittlerweile ziemlich gut bei mir erspüren.
00:14:35: Ah okay, da bahn sich was an!
00:14:37: D.h.,
00:14:38: aber nicht immer, dass ich auf die Kapazität habe, dann tatsächlich zu sagen, ah okay, das kommt, was kann ich jetzt
00:14:45: tun?!
00:14:46: Manchmal bin ich fertig oder beeinträchtigen mich andere Themen, die mich stark belasten Im Untergrund brodeln und dann kann es trotzdem dazu kommen.
00:14:57: Und ich will auch nicht damit sagen, dass wir die Wut immer wegregulieren sollten so also das wäre mir noch mal ganz wichtig jetzt nicht, dass das in so eine Richtung geht weil... Das ist es nicht!
00:15:09: Es geht darum, dass Wir erkennen, dass es da ist und dass wir wissen, dass da eine Wut ist.
00:15:14: Das ist völlig in Ordnung und es ist auch völlig in ordnung, dass die Wutt da ist.
00:15:17: Am Ende ist aber eine Frage wie gehe Ich mit der Wut um?
00:15:21: Und wie schaffe ich es mit meinem Kind, also wenn wir jetzt bei den Kindern bleiben oder auch mit anderen erwachsenen Personen?
00:15:27: Den nicht meine Faust ins Gesicht zu rammen quasi.
00:15:29: Oder die ganz doll anzuschreien.
00:15:31: Oder was wir halt so als Eltern machen können.
00:15:34: Meckern, Schimpfen in einer Tour und gleich mit diesem Narrativ, das häufig aufkommt ... Immer machst du das nicht!
00:15:42: Wie klappt
00:15:42: das?!
00:15:44: Das sind ja Sachen, in denen wir reinrutschen können als Eltern oder auch als Partner-Partnerin.
00:15:49: in einer Beziehung, kann auch genau dasselbe passieren.
00:15:53: Und umso mehr ich mich auseinandersetze mit dem was da in mir passiert?
00:15:58: Umso mehr habe ich Handlungsmöglichkeiten in diesen Momenten zu sagen okay stopp!
00:16:02: Ich brauche jetzt hier eine Pause, ich kann grad nicht und vielleicht so sagen... Ich hole mir den Partner dazu der sich jetzt um die Kinder kümmert weil ich merke ich krieg es gerade nicht hin oder dem Partner zu signalisieren.
00:16:14: das beschäftigt mich jetzt ganz sehr und ich merkt es fühlt sich grade richtig hart an in mir.
00:16:19: Gib mir im Moment.
00:16:20: Ich kann da jetzt grad nicht sofort drüber sprechen, weil dann ... wird's unschön!
00:16:25: Aber es geht nicht darum, das wegzuregulieren oder wegzumachen sondern ist schon gut die Wut anzukommen und auch wirklich zu entdecken was dahinter steckt.
00:16:35: Welche zwei Dinge für mich auch ganz stark damit verbunden sind?
00:16:38: Sind zum einen Schuldgefühle.
00:16:40: also wenn ich wütend bin und dann einfach mal rausflippe dass ich mich schuldig fühle so nach dem Wort steht mir gar nicht zu und was reg' ich mich eigentlich so auf?
00:16:48: und einfach auch gewisse Charme.
00:16:51: Ich hab mich nicht unter Kontrolle, ne?
00:16:53: Und reist ich mal zusammen.
00:16:55: Tatsächlich bin ich ... Also schaffe ich das ganz gut bei den Kindern auch da, also ruhig zu bleiben.
00:17:02: Wenn die Kinder dann sauer sind, dass ich dann nicht sage, komm jetzt, reist dich mal zusammen!
00:17:07: Ich gehe tatsächlich, weiß nicht ob das so korrekt ist, aber ich gehe ins Reden, Versuche zu erklären.
00:17:12: Das ist dann nur mein Aktionismus.
00:17:15: Aber dieses Thema Scham und Schuldgefühle bei Wut, das ist glaube ich schon ein ganz großes Ding.
00:17:24: Das wahrscheinlich eher in unserer Generation und früher der Thema ist?
00:17:29: Ich glaub auch noch nachfolgende Generationen ist es so... Das ist ein total großer Punkt.
00:17:36: Weil es gesellschaftlich sich so etabliert hat, dass die Wut halt nicht gut ist, verfallen wir dann häufig in dieses Muster von ... Oh Gott!
00:17:44: Ich hab's wieder nicht hingekriegt.
00:17:46: Oh Gott, das habe ich nicht geschafft und ich war mit meinem Kind jetzt nicht so zugewandt wie ichs eigentlich sein wollte.
00:17:52: Und das ist was, was tatsächlich in Anführungsstrichen stückweit gefährlich ist, wenn wir immer wieder in dieses Schuld- und Schamgefühl reinfallen Weil das dazu führt, dass wir uns innerlich negativ selbst bewerten.
00:18:09: Also ... Wir sprechen mit uns in einem Ton der völlig abwertend ist und destruktiv ist!
00:18:18: Das hilft uns in keinster Weise in der nächsten Situation besser zu reagieren.
00:18:23: Sondern es befeuert die ganze Sache.
00:18:25: nur weil ich erniedrige mich selbst.
00:18:28: Ich mach mich schlechter als ich eigentlich bin.
00:18:32: Das führt auch dazu, dass ich mir dann immer wieder diese negativen Selbstgespräche führe und denke so, ah, ich bin keine gute Mama.
00:18:40: Ich bin kein guter Papa.
00:18:41: Ich krieg das nicht hin.
00:18:42: Immer wieder schimpfig, immer wieder meckere ich usw.
00:18:45: Das führt am Ende auch dazu ,dass das wie zu einer Art Energieverlust führt.
00:18:49: Und dann hab' ich keine Energie mehr!
00:18:51: Dann dreht sich die Mecker- und Schimpfspirale einfach immer weiter.
00:18:56: Die wird nicht aufhören... Deswegen ist es in diesen Momenten ganz wichtig, dass Eltern lernen mit sich selbst sanft und milde zu sein.
00:19:08: Es kann jedem von uns passieren.
00:19:10: Und keiner von uns ist davor gefeit, dass es diesen Moment gibt, indem wir merken ... Oder indem wir zu spät merken.
00:19:21: Das hat mich jetzt überrollt!
00:19:22: Weil's auch Erinnerungen wachruft in uns manchmal diese Situationen, die wir gar nicht präsent haben?
00:19:29: Wo wir dann, wenn wir später drüber nachdenken und reflektieren erst merken.
00:19:33: Oh krass!
00:19:34: Das hat mich voll eine Situation aus meiner Kindheit erinnert.
00:19:37: So das ist ja was häufig passiert und ... Dann merkt man so, oh krass.
00:19:43: Und dann ist es wichtig zu sehen dass diese Wut häufig nicht aus der Situation heraus kommt die wir gerade mit unserem Kind erleben oder mit unserem Partner.
00:19:55: also Sehen wir mal Ich sag jetzt mal am Frühstückstisch, das Glas Saft fällt um.
00:20:00: So ist ja so ein Klassiker und ich explodiere völlig!
00:20:05: Dann ist in der Regel nicht das Glas-Saft das Problem sondern dann ist irgendwas A, was sich schon länger vorher aufgebaut hat?
00:20:12: Weil sonst könnte ich vielleicht das Glassaft... Ja mein Gott, das ist umgefallen, das wüsste ich wieder weg.
00:20:16: Ist in Ordnung.
00:20:17: aber vielleicht habe ich als Kind gelernt es ist ganz furchtbar wenn ein Glas Saff umfällt Weil dann ist der Teppichboden kaputt, wir haben eh kein Geld oder was auch immer die Geschichte da drum sein kann.
00:20:29: Und dann kann das halt ein krasser Erinnerungs-Moment-, Triggermoment sein für diese Wut, die dann daraus platzt.
00:20:36: und die hat aber nicht zwangsläufig etwas mit dem Kind und dem Verhalten an sich gerade zu
00:20:42: tun.".
00:20:43: Also nicht das Kind löst diese Wut in mir aus, sondern eher häufig die Erinnerung an eigene Erlebnisse.
00:20:50: Aber eigentlich immer nur das Gefühl?
00:20:51: Das ist ja das Problem!
00:20:53: Es ist ja nicht so dass mir dann auf einmal die Situation im Sinn kommt wie ich immer geschimpft wurde, sondern es ist einfach nur so ein Gefühl.
00:21:00: und
00:21:00: das was das Schwierige ja eigentlich daran ist... Ich kann in dem Moment gar nicht verknüpfen, dass das Gefühl von irgendwo anders herkommt.
00:21:07: Sondern es ist jetzt einfach nur da.
00:21:09: oder wissen wir mal ich bin einfach sauer wegen diesen beknackten Glas und müsste dann aber erst mal mit mir in Kontakt treten, um herauszufinden.
00:21:17: Okay es ging gar nicht um das Glas und den vermatschten Saft sondern weil das in mir so feststeckt oh Gott man darf keine Lebensmittel verschwenden und das war jetzt so dumm und vielleicht wurde mir das auch gesagt dass das dumm ist?
00:21:29: Also
00:21:29: das ist doch das Problem, dass man das nicht sofort sieht!
00:21:33: Das ist das, was es am Ende auch irgendwie tricky macht im Alltag für sich herauszufinden.
00:21:38: Woran liegt es?
00:21:40: Beziehungsweise wenn man an der Stelle ist wo man sich fragt woran liegt das eigentlich dann hat man schon ein ganzer Stück Weg geschafft.
00:21:46: Wenn man sich schon bewusst macht dass es nicht die Sache an sich ist sondern irgendwas anderes
00:21:51: und das ist halt auch etwas mit uns selbst zu tun hat.
00:21:53: also häufig ist es ja so dass wir unseren Kroll in das Verhalten des Kindes projizieren Ah, das Kind hat wieder nicht aufgepasst.
00:22:02: Oder der Partner die Partnerin ... Oh, schon wieder haben sie da was runtergeschmissen!
00:22:07: Wir packen das dahin aber wir gucken nicht, was bei uns eigentlich selbstlos ist.
00:22:11: Das heißt wenn mein Kind ein Wutausbruch hat dann ist es total nützlich sich mal einfach daneben zu setzen und mal zu spüren, was ist in mir selber eigentlich los?
00:22:22: Wo kann ich das spülen?
00:22:23: In welchen Körperregionen?
00:22:24: Was passiert im meinem Körper?
00:22:27: Und das kann uns helfen über kurz oder lang.
00:22:29: Es ist ein Prozess, es ist nichts von heute auf morgen immer mehr mit unserem Körper in Kontakt zu kommen.
00:22:35: Denn in unserem Körper sind diese Gefühle wie du's grad gesagt hast die sind halt abgespeichert und es gibt manchmal Gefühlen da haben wir keine Geschichte zu.
00:22:45: Die sind vielleicht in den ersten ein zwei drei Lebensjahren passiert.
00:22:49: Die sind dann abgespeichtet in so unseren.
00:22:51: man nennt das implizit des Gedächtnis.
00:22:54: also die sind abgespeicher dieser Erfahrungen.
00:22:56: Aber wir können nicht sagen, wie wir das erlebt haben.
00:22:59: Weil wir damals noch keinen Ausdruck hatten davon.
00:23:01: also Wir konnten dass für uns selbst ja noch gar nicht benennen und dann hat sich das als Erlebnis in unserem Körper abgespeichert aber Nicht mit Worten sondern eben rein die körperreaktion Und da kann man auch ankommen.
00:23:16: Also wenn man im unterbewusstsein arbeitet kann man Auch an dieses implizite Gedächtnis kommen und kann damit arbeiten.
00:23:24: Man merkt es in so Prozessen Ich hab das auch mit Klienten und Klientinnen, dass sie dann plötzlich was beschreiben, was in ihren ersten ein zwei Lebensjahren passiert sein muss.
00:23:35: Also wo Sie sich fühlen zum Beispiel wie Sie als Baby gehalten wurden?
00:23:40: Ich selbst habe das auch mal gespürt in der Session wenn ich mich coaching lasse.
00:23:44: Und ... Das ist irre spannend, dann plötzlich diese Dinge zu spüren von denen man denken würde ja kann nicht benennen aber es ist eben da.
00:23:55: Also das trifft auf alle Emotionen zu.
00:23:57: Was wir gerade jetzt sagen, trifft sich mit allen Emotionen aber grade beim Thema Wut kommt halt auch diese gesellschaftliche Konnotation dazu.
00:24:06: also wie wurde es bewertet?
00:24:08: Es sind ja nicht alle Hörerinnen und Hörern Eltern aber wir bleiben mal ganz kurz noch dabei weil ich noch eine Frage dazu habe jetzt speziell für das Verhältnis Kind und einem Eltern inwiefern kommt es zum Tragen dass Kinder oftmals in ihrem Verhalten der Spiegel der Eltern sind.
00:24:24: Kann das vielleicht auch sein, dass wenn ich meine Wut unterdrücke?
00:24:26: Wenn bei mir irgendwas los ist und ich das nicht rauslasse ... Dass sich das übers Kind zeigt, dass es Kind spiegeln
00:24:32: könnte?
00:24:33: Ja, das kann auf jeden Fall passieren.
00:24:34: Man spricht dann von so was wie transgenerationalem Übertragen der Themen oder transgenerationales Trauma.
00:24:42: Wir können aus vorangegangenen Generationen Themen mit uns tragen also... Ich könnte jetzt an meine Oma die vielleicht eine große Wut hatte auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen, auf was auch immer.
00:24:56: Und diese Wut kann sich auch in meiner Mutter oder in mir selbst festgesetzt haben.
00:25:02: und wenn es dann noch so ist dass ich jetzt gerade Mama bin und habe ein Kind, ein junges Kind und ich hab eine grundlegende Wut keine Ahnung aufs Schulsystem, auf die gesellschaftlichen Umstände darauf das ist immer noch Mann Frau dass wir immer noch diskutieren wie vor dreißig Jahren.
00:25:22: Dass ich diese Wut, wenn ich die halt nie benenne ... Wenn ich sie spüre und mir nicht ins Bewusstsein hole.
00:25:28: Dass sich diese Wutt weiter tragen kann.
00:25:30: Das ist manchmal vielleicht auch schwer vorstellbar oder zu beschreiben aber das passiert dann in unseren alltäglichen Dingen, die wir tun wo unsere Kinder super feine Antennen haben.
00:25:43: Wo Sie spüren können.
00:25:46: Sie sagt das!
00:25:47: Aber irgendwas ist da noch.
00:25:49: Und dann können die das aufnehmen und dann nehmen sie vielleicht so eine Wut mit sich.
00:25:55: tatsächlich, es kann auch alle auf andere Sachen zutreffen natürlich aber auch bei der Wut ja.
00:26:01: Du hattest ganz am Anfang gesagt dass vor allem für Mädchen früher ... Jetzt wird's vielleicht besser, aber schon so ne Mädchen wenn die Wüten sind das darf nicht sein, bei Jungs das sind halt wilde Raudis, das ist ja irgendwie ganz süß.
00:26:16: Aber wenn mal sagt man allgemein ein Kind, dann lernt okay.
00:26:19: Wenn ich jetzt wütend bin, sehen das meine Eltern nicht gern und gehen vielleicht in den Rückzug sogar.
00:26:25: Also ziehen sich vor mir zurück emotional und auch körperlich, dass sie mich nicht mehr streichen oder was weiß ich.
00:26:32: Oder aber sie schimpfen mich.
00:26:33: also ich lerne im Prinzip okay Wut ist nicht gut.
00:26:36: Als wo geht denn die Wut hin?
00:26:37: Wenn dann das Kind lernt es darf keine Wut haben.
00:26:39: Wie muss du dich mir das vorstellen?
00:26:41: Was passiert mit dieser gesamten Energie, kein Ventil findet, um abgelassen zu werden.
00:26:47: Also du sagst es ja schon, dass das eine Energie ist und das ist ganz wichtig zu sehen.
00:26:52: Das sind Reaktionen in unserem Körper die passieren und man kann die auch nicht wegreben.
00:26:57: also die sind da!
00:26:59: Und wenn wir denen ermöglichen durch unseren Körper zu fließen oder mit unserem Körper zu Fließen dann ... also Emotion.
00:27:08: Emotion kommt von Movare, also vom Lateinischen bewegen.
00:27:13: Emotionen wollen bewegt werden.
00:27:16: Und wenn wir sie nicht bewegen, dann kann es halt passieren dass die sich in unterschiedlichsten Körperregionen quasi anstaunen.
00:27:22: also das ist auch manchmal super schwer vorstellbar.
00:27:24: aber so können sich halt Bauchschmerzen bemerkbar machen.
00:27:28: Das ist ja was bei Kindern auch relativ häufig passiert.
00:27:31: irgendwie Dass ich auch Angst in Bauchschmerzen äußert, wenn sie Angst haben davon die Schule zu gehen oder so was.
00:27:39: Dass sich das wirklich dann auf körperlicher Ebene zeigt in Form von Schmerzen und Verspannungen ... Und wenn wir das halt über Jahre machen, potenziert es sich immer mehr in unserem Körper.
00:27:52: Irgendwann sind wir verspannt.
00:27:54: Wir haben immer Rückenprobleme.
00:27:56: Ich will damit nicht sagen dass Rücken Probleme ausschließlich mit sowas zu tun haben aber ist ein super großer Faktor weil Sobald das Kind lernt, ich unterdrücke meine Wut.
00:28:08: Weil ich dann geliebt und anerkannt bin, entsteht im Kind gleichzeitig Stress.
00:28:14: Weil die Wut ja nicht raus kann!
00:28:17: Das System kann sich nicht regulieren, sondern die Energie bleibt da wie eingefangen.
00:28:23: Und dieser Stress, wenn der halt über lange Zeit da ist, der kann sich dann in körperlichen Symptomen äußern.
00:28:31: Sowohl im Kindesalter als auch später im Erwachsenenalter.
00:28:35: Die Wut kann sich einfach wie anstaunen, wie du es schon so kurz beschrieben hast.
00:28:39: Und da ist es halt wichtig Kindern mitzugeben oder allen Menschen mitzugehen?
00:28:45: Wie kann ich gut mit meiner Wut sein?
00:28:47: und das ist eine krasse Herausforderung für Eltern weil wenn wir selber ja auch nicht gelernt haben wie es ist mit Wut gut zu sein?
00:28:59: also ich weiß mich hat das am Anfang irgendwie wütend gemacht, dass mein Kind wütent wurde.
00:29:04: Auch wenn andere Menschen wütet wurden hat mich das wütendo gemacht weil ich dachte so wie reagiert er denn jetzt so?
00:29:10: Das muss doch nicht sein.
00:29:11: aber gleichwohl ist es dann wichtig.
00:29:14: okay was ist mein Umgang mit der Wut?
00:29:17: und wenn ich selber einen umgang finde dann kann auch meinem kind ein vorbild sein.
00:29:23: Und ich hatte tatsächlich gerade vor zwei wochen her oder eine situation Mein Sohn wurde wütender Sehr wütend.
00:29:33: Und
00:29:34: hat mich dann an den Armen gepackt und ziemlich feste gedrückt,
00:29:38: so.
00:29:38: Da
00:29:40: hab ich's gemerkt okay?
00:29:41: Ich habe richtig gemerkt wie es aufkam und ich diesen Impuls hatte und jetzt bin ich sehr ehrlich zurückzudrücken.
00:29:47: also dieses Gefühl von... Und ich habs aber gespürt in dem Moment.
00:29:52: Ich hab gewusst Okay wenn ich jetzt hier bleibe das ist nicht gut Dann habe ich mich einfach umgedreht.
00:29:56: Ich bin einfach
00:29:56: gegangen
00:29:58: ohne meinem Kind in dem moment zu erklären warum Später.
00:30:01: dann kam es aber zu dem Gespräch und ... Dann hab ich das meinem Sohn erklärt.
00:30:06: Ich hab gesagt, pass auf, ich wollte dich nicht mit deiner Wut alleine lassen?
00:30:10: Aber ich hab gemerkt, wenn ich in dem Moment geblieben wäre, hätte ich reagiert, wie ich mich hätte reagieren wollen.
00:30:15: Und ich wollte dir nichts wehtun oder nichts antun.
00:30:20: Das war ganz spannend.
00:30:20: Kurz darauf gab's eine Situation.
00:30:24: Da wurde mein Sohn wütend!
00:30:26: Und dann hat er gesagt, ich muss jetzt gehen.
00:30:29: Weil sonst wird's nicht mehr gut.
00:30:31: Oder ähnlich?
00:30:33: Und dann dachte ich so, wow, krass!
00:30:35: Dann haben wir später auch wieder über diese Situation gesprochen und ... Ich will damit nicht sagen, dass es immer gut ist aus der Wut rauszugehen.
00:30:44: Es braucht immer wieder individuelle Strategien.
00:30:46: Die Strategie ist nie die gleiche.
00:30:49: Das ist das, was ich immer super schwer finde, wo die Leute, die hätten gerne von mir eine Grundanleitung, fünf Tipps wie du mit Wutgut umgehen kannst.
00:30:59: oder sowas.
00:31:00: Erstens macht das, zweitens macht dass, drittens macht das.
00:31:02: und dann die Garantie, dass das immer funktioniert.
00:31:05: Aber die gibt's nicht!
00:31:07: Und es gibt halt immer Lebensumstandsabhängig je nachdem wie ich drauf bin, je nach dem in welcher Entwicklungsphase sich mein Kind befindet
00:31:14: etc.,
00:31:15: unterschiedliche Konstellationen und man kann auch unterschiedliche Sachen helfen.
00:31:19: aber wichtig ist halt dann das später zu reflektieren.
00:31:22: also ich muss auch sagen Ich glaube, bei mir funktioniert es auch nicht die Wut vorher abzufangen.
00:31:29: Was wir ja schon gesagt haben, was ja auch nicht generell unbedingt das Zieh sehen sollte.
00:31:32: aber ich hatte da von der ganzen Weile mal bei Instagram ein Video gesehen wo eine offensichtlich Mutter ins Bad gegangen ist hat die Tür zugemacht und dann hat er einen Handtuch genommen und hat das Handtuck so lange gezwirbelt bis das so eine richtige feste eingetreten.
00:31:47: Dann hat sie sozusagen diese Spannung gehalten.
00:31:50: danach hat sie den stummen Schrei du hast so das wutverzerrte Gesicht gesehen sich geschüttelt.
00:31:57: Ich hab das mal probiert und habe gedacht so ein Stuss, ich war da nach genauso nach geladen!
00:32:01: Ich weiß nicht was hätte ich mich auch zehn Minuten lang schütteln sollen und die Hand trotz der Reisnahme hat bei mir einfach nicht funktioniert.
00:32:09: Bis auf dass ich dann halt wirklich körperlich erstmal K.O.
00:32:11: war, weil es so anstrengend war.
00:32:13: Leitet allerdings in dem Moment auch die Energie ein Stück weit aus dem Körper?
00:32:17: Also körperliche
00:32:18: K.o.?
00:32:19: Könnte man vielleicht auch sagen, vielleicht hat's ein bisschen geholfen.
00:32:22: Weil diese Wutenergie so ein bisschen ... Hatten Kanal gefunden?
00:32:24: Ja, aber es war nicht bestehend
00:32:26: im
00:32:26: K.o.,
00:32:27: ja dann...
00:32:28: Das ist ja auch nicht irgendwie, dass ich dann sage, jetzt gehts mir besser!
00:32:32: Mir ging's zumindest danach nicht besser genauso wenig wie es mir aber auch nicht besser geht wenn ich dann wie am Wochenende laut halt erst mal losbrülle und einfach mal meine Wut rauslasse.
00:32:43: Ich hab keinen beleidigt, aber ich habe einfach mal gesagt was mich gerade in dem Moment so richtig angekotzt hat.
00:32:50: Das ist auch krass, was man dafür eine Gewalt an Energie rauslässt.
00:32:54: Also war wie sie die Stimme komplett verändert und das ist crazy!
00:32:58: Das ist so krass was da rauskommt.
00:33:01: aber kurzum also bei mir haben diese Vorarbeiten um das Ventil ein bisschen schön zu lockern nicht so richtig angeschlagen.
00:33:10: Es braucht Zeit wirklich Es wird immer wieder Wut darauf beschwörende Themen geben, die wir noch nicht kennen.
00:33:20: Also ... Wir kommen jetzt in eine Situation mit dem Kind und können danach sagen, ich war wütend deswegen.
00:33:27: Dann kann ich sagen, okay, ich such mir ein Coaching oder eine Begleitung oder was auch immer, gehe das Thema an, finde dafür dann vielleicht auch das, was für mich passt?
00:33:38: Findet den Anteil in mir, der da so eine Wut spürt, ist es ein Teil!
00:33:43: Aber das heißt auch nicht, dass eine andere Wut die durch einen Moment darauf beschworen wird damit auch gleich schon fertig bearbeitet ist.
00:33:54: Also es ist ein Prozess und das ist halt wirklich auch manchmal kleinschrittig.
00:34:00: aber umso mehr man es macht und um so mehr mein Bewusstsein dafür hat, umsomehr findet man gute Handlungsmöglichkeiten in diesen Momenten.
00:34:12: Und vielleicht ist das demnächst auch mal das Handtuch, was du zwöbelst.
00:34:15: Weil dir das in den Moment in den Sinn kommt und du denkst so, oh ja!
00:34:19: Das ist das, was ich gerade machen will, meine ganze Kraft da reinzugeben?
00:34:23: Vielleicht aber auch nicht.
00:34:25: Vielleicht ist es auch ... dass ich jetzt erst mal eine Runde Fahrrad fahren oder so.
00:34:30: Also... Da ist es schön, wenn man sich in diesem Prozess mehr und mehr Strategien aneignet die man dann im Alltag sehr schnell abrufen kann.
00:34:41: Aber das funktioniert halt auch nicht, weil man einmal eine Coachingsitzung hatte oder einmal gemerkt hat.
00:34:46: Oh, stimmt!
00:34:46: Das war gar nicht das umgegebte Glas Wasser sondern es war das und das.
00:34:50: Es dauert seine Zeit und das ist in Ordnung.
00:34:53: Und dann kommt trotzdem Momente wo du denkst so... eigentlich war grad alles schön?
00:34:59: Und da kommt so ein Klopper und du denkest so oh wow, wo kommt das jetzt her?
00:35:04: Dann ist vielleicht ne Wut die du noch nicht angeguckt hast.
00:35:07: Warum fällt es uns dann eigentlich auch so schwer, die Wut zu zeigen?
00:35:10: Vor allem in Beziehungen.
00:35:12: Also beim Partner oder vielleicht aber auch im Arbeitsleben.
00:35:15: Dass man mal sauer ist und da mal eine Wut zeigt.
00:35:17: Ich glaube das kommt ganz viel aus dem Thema Prägung und ist es gut, Wut to zeigen.
00:35:22: also was haben wir darüber gelernt?
00:35:24: Und wie gesagt die Masse der Gesellschaft hat gelernt gerade Frauen haben gelernt Es ist nicht gut Wut Zeigen wütende Frauen sind hysterische Frauen Sind so mit ihr kannst du nicht reden und im Zweifel kommt noch so ein Blöder Spruch, wie ... Die hat gerade ihre Tage.
00:35:40: Das sind wirklich üble Sachen tatsächlich, die man da den Frauen an den Kopf knallt.
00:35:44: und was ist dann die Strategie der Frau?
00:35:47: Sich das das nächste Mal wieder anhören oder zu sagen, ja, dann zeig ich es lieber nicht so.
00:35:54: Aber es ist auch eine Frage zu lernen, dass ich schaffe meine Wut verständlich zu machen, dass mein Gegenüber empathisch reagieren kann.
00:36:02: Deswegen liegt immer auch an äußeren Umständen keine Frage Aber Veränderung beginnt immer bei mir selbst.
00:36:08: Und das ist dasselbe, wie wenn wir von Mama und Kind oder Papa und Kind sprechen.
00:36:12: Wir können am Verhalten des Kindes rumdoktern aber wir müssen ganz genau so viel genauer hingucken was es eigentlich mit uns selbst los?
00:36:19: Weil wir Veränderungen nur in uns selbst anregen und letztlich auch dann auch im Außen anrehen
00:36:25: können.
00:36:27: Wie merkt man denn als Erwachsene gehen wir jetzt mal von Erwachsen aus, dass man die Wut unterdrückt?
00:36:33: Manche werden jetzt vielleicht sagen, ich bin eigentlich nie
00:36:35: wütend.
00:36:36: Wie merke ich, dass ich mich da selber irgendwie beschwindel?
00:36:40: Weil ich es vielleicht aber gar nicht spüre.
00:36:42: Ich glaube, das gibt Menschen, die machen das ihr Leben lang so und die ... machen das so oder sterben irgendwann.
00:36:49: Die haben nie rausgefunden, dass sie wütende auf irgendetwas waren.
00:36:52: Das kann unterschiedliche Gründe haben, weil's gesellschaftlich eh so anerkannt war oder ... weils gefährlich gewesen wäre, diese Wut zu zeigen.
00:37:01: Aber ... wie die Menschen das merken.
00:37:05: Ich glaube, dass beginnt immer dann erst, wenn man sich selbst mal anfängt zu hinterfragen und zu reflektieren.
00:37:12: Dann merkt man vielleicht irgendwann mal ... Also du hast vorhin Schuld- und Scham angesprochen in diesem Zusammenhang auch.
00:37:19: Das sind zum Beispiel auch so zwei Emotionen, die manchmal so tricky versteckt sind an unserem Alltag wo ich nie sagen würde, oh ja dafür schäme ich mich immer!
00:37:29: Wenn ich dann aber mal genauer hingucke und in der Situation bin.
00:37:33: Und dann kommt in mir plötzlich dieses Gefühl auf von ... Oh Gott, die Schäme mich eigentlich gerade ungeheuerlich dafür!
00:37:41: So ist es mit der Wut auch aber dazu gehört dass ich mich mit mir auseinandersetze setze ich mich nie mit mehr auseinander und funktioniere quasi einfach weiter Dann wird auch diese Wut das nicht wirklich an die Oberfläche finden.
00:37:56: Als Erwachsener merke, okay da ist ganz schön viel Wut.
00:38:00: Wir sind schon mal an dem Punkt, wir merken, da ist irgendwie was oder vielleicht auch im Umgang mit unseren Kindern oder auch mal im Arbeitsleben.
00:38:05: Man rastet plötzlich mal kurz aus und man merkt, okay das schlummert ganz schönviel in einem.
00:38:10: Was ist denn der beste Weg?
00:38:12: diese Wut die sich wahrscheinlich über Jahre und Jahrzehnte angestaut hat unterdrückt wurde von uns?
00:38:20: Wie kriegt man die am besten raus?
00:38:24: Ist es eine Frage des Redens, dass man mit jemandem redet oder gibt es noch andere viel effektivere Tools?
00:38:32: Wo du sagst okay damit kann man diese Wut aus dem Körper raus leiten.
00:38:36: Und ist das nicht das Öffnen der Büchse der Pandora?
00:38:40: Dass wenn man einmal die Wut zulässt, dass da hinten versinkt.
00:38:43: Du hast verspannendes gesagt!
00:38:44: Du hast gesagt diese Wude rauszuleiten.
00:38:48: Ich weiß nicht, vielleicht siehst du's nicht so.
00:38:50: Was für mich sich ein bisschen anhört wie die Wut wegzumachen also dass sie weggeht?
00:38:56: Na die, die sich festgesetzt hat!
00:38:57: Die, die ich sein durfte und das ich dir sozusagen einmal durch meinen Körper durchlasse.
00:39:03: Also weil da würde ich so ein bisschen differenzieren es muss nicht heißen, dass wir eine Wut ein Leben lang mit uns getragen haben Und wir lassen sie durch unseren Körper und dann ist sie weg.
00:39:15: So...also das klingt auch Echt einfach.
00:39:20: Hätt ja sein können, dass das einfach geht!
00:39:24: Das kann es geben.
00:39:26: aber es kann auch sein, dass sich diese Wut halt auf verschiedenen Ebenen immer mal wieder zeigt.
00:39:31: und wenn wir in dieser Haltung kommen... Wir wollen, dass die Wut ein für alle Mal weg ist dann bauen wir uns innerlich so einen Druck auf und selbst wenn man schon denken wir haben das richtige Tool gefunden da gehe ich gleich nochmal drauf ein baut es einen ungeheuerlichen Druck auf in uns, weil ... ja jetzt hab ich das doch alles gemacht und jetzt muss dort diese Wut endlich mal weg sein.
00:39:55: Und das ist was, was im Bezug auf Glaubenssätze immer wieder passiert, dass wir uns dieses große Ah-wenn'nich mich damit beschäftigt habe!
00:40:05: Wenn die durch mich durch ist, dann ist mein Leben völlig gechillt und entspannt und da passt überhaupt nichts mehr so.
00:40:10: Das wird nicht stattfinden.
00:40:12: Weil Leben ist Leben.
00:40:13: Und Leben is Bewegung Hoch und Leben ist tiefs.
00:40:18: Und das wird immer wieder passieren, dabei kann es auch immer wieder passieren dass eine Wut aufkommt so wie alle anderen Emotionen auch.
00:40:28: von daher da will ich nur darauf aufmerksam machen dieses wenn ich's weg haben will unbedingt oder raus kriegen will dann kann das im Gegenzug ziemlich viel Druck erzeugen in mir weil ich wildes ja weghaben und das führt dann wiederum dazu dass wenn ich dann mit meiner Wut doch nicht so gut klarkomme in irgendeiner Situation, wo ich es nicht geschafft habe.
00:40:49: Wo ich dann in diese Scham-Schuld-Selbstvorwürfe verfalle und das hilft mir einfach an keiner Stelle weiter.
00:40:55: Aber ist es nicht aber so wenn sich über Jahre Jahrzehnte was aufgestaut hat?
00:40:58: Wo sie auch eine Spannung im System einfach ergeben hat... dass das nicht einfach wichtig ist, daran sozusagen zu arbeiten.
00:41:06: Dass es einfach auch mal gesehen wird, dass die Wut sein darf... Also mir geht's auch nicht darum nie wieder wütend zu sein!
00:41:11: Das ist da völlig gar quatsch.
00:41:12: und dann beginnen wir ja wieder von vorne, die Wutt wegzudrücken.
00:41:15: Manchmal setzen sich aber genau solche Sachen in Köpfen fest so, dass man das kann, dass es das nicht mehr geben wird.
00:41:22: Wenn ich nur die und die Technik anwende, Da muss man sehr vorsichtig sein, dass man da gute Balance findet.
00:41:30: Deswegen weiß ich noch mal darauf hin, weil es wird nicht dieses Leben geben durch das wir nur mit den Kreisen in den Fingern und umliegend auf unseren Knien ... Das gibt's nicht so!
00:41:43: Es gibt immer wieder Ohnen vorher gesehen Dinge die auf uns einprasseln und mit denen wir aber dann mehr und besser zurechtkommen können.
00:41:51: dann habe ich mich ungünstig ausgedrückt.
00:41:53: Mir geht es auch nicht darum, dass das zu verbannen ist und einmal wütend sein darf für alles und dann ist gut.
00:41:59: Nee, ich wollte gar nicht so drauf hin, dass du dich irgendwie unklar ausgedruckt hast aber mir ist das tatsächlich wichtig, das auch hier nach draußen zu tragen, dass die Menschen nicht dieses Bild entwickeln weil dann hätten wir so dieses gerade für Eltern aufbauen.
00:42:14: wie häufig diesen Druck auf perfekte Eltern sein zu wollen ist so irreschädlich an vielen Stellen.
00:42:21: Weil das führt uns auch wieder zu Situationen, die wir nicht wollen und zu Reaktionen gegenüber unseren Kindern haben.
00:42:27: Die wir auch nicht wollen also dass man nicht von einem Extrem quasi in ein anderes verfällt.
00:42:32: Kennst du den Film?
00:42:33: Alles steht Kopf?
00:42:34: Ja.
00:42:34: In verschiedenen Emotionen.
00:42:35: Den lebe ich voll.
00:42:36: Ein unglaublich schöner berührender Film also definitiv für alle Empfehlenswert.
00:42:42: Auch
00:42:42: alles den Kopf zwei ist richtig
00:42:44: cool?
00:42:44: Ja, also beide Filme guckt sie euch mal unbedingt an.
00:42:47: Also ihr müsst dafür nicht Eltern sein.
00:42:48: Nein.
00:42:49: Wir brauchen doch dafür keine große Kinder!
00:42:51: Es ist perfekt eigentlich für jeden weil da die unterschiedlichen Emotionen in dem Kopf der Protagonistin drin sind und sie von ihnen dann im Prinzip gesteuert wird und das ist eine Freude.
00:43:01: Der hat mich sehr berührt weil man auch merkt welche Emotion bei einem selber gar nicht richtig stattfinden Weil man sie irgendwie auf Stumm gestellt hatte, über Jahre und Jahrzehnte.
00:43:12: Und plötzlich sieht man das ... Also deswegen, so verstehe ich das halt auch.
00:43:17: Die Gefühle dürfen da sein, die Wut darf da auch mal hochkücheln.
00:43:21: Aber es gibt dann halt diese ... Ja, irgendwann die Mechanismen, dass man damit ganz gut umgeht.
00:43:25: Was wir schon gesagt haben, dass die jederzeit auch anders seien können oder so?
00:43:30: Auch von mir die große Empfehlung diesen Film anzufahren und diese beiden Filme.
00:43:33: Weil Sie machen dieses Thema ... auf eine sehr einfache und schöne Art so gut sichtbar.
00:43:42: Weil das sind Sachen, die wir uns nicht vorstellen können häufig.
00:43:44: Es passiert ja in unserem Körper, es sind biochemische Prozesse, die da ablaufen ... Und dieser Film schafft das auf eine Ebene, die sowohl für Erwachsener als auch für Kinder einfach richtig gut greifbar ist.
00:43:56: Also ich hab's auch sehr genossen diese
00:43:58: Filme!
00:43:59: Du hast vorhin gesagt, du kannst keine Tipps geben.
00:44:01: Diese fünf Schritte gehen wir jetzt durch aber ich liebe es ja trotzdem so ein bisschen einen paar Anhaltspunkte zu bekommen.
00:44:08: was wäre denn für dich im Alltag?
00:44:11: Wenn man merkt entweder mein Gegenüber ist kurz zum explodieren oder ist am explodierenden oder ich selber habe das.
00:44:17: vielleicht haste da doch für uns irgendwie paar Gedanken, die wir dann vielleicht zur Rate ziehen können.
00:44:22: Du hast auch vorhin ja noch nach den Tools gefragt, wo ich da nochmal so ein bisschen in das andere Thema rein ... Das verknüpfe ich jetzt einfach mal miteinander, die zwei Fragen!
00:44:30: Also du hast auch gefragt ob es hilft darüber zu reden.
00:44:33: und Ja, das hilft.
00:44:36: Es hilft immer darüber zu reden.
00:44:38: aber wenn wir darüber reden, dann reden wir in der Regel sehr häufig aus unserem Verstand Also das, was unser
00:44:45: Verstand
00:44:46: irgendwie greifen kann und was unser verstand für eine Geschichte erzählt.
00:44:50: Und dabei lassen wir dann häufig außen vor, was in uns körperlich vorgeht.
00:44:56: Das ist für mich der Schlüssel tatsächlich weil da gibt es auch Studien dazu.
00:45:01: alle Prozesse die so im Unterbewusstsein stattfinden und vom Verstand gesteuert werden sind zwanzig Prozent also von Oben vom Kopf nach unten in den Körper sind zwanzig Prozent.
00:45:12: Und in die andere Richtung von unten, also vom Körper ... In den Kopffineien das sind achtzig Prozent.
00:45:18: Man spricht davon Top-Down, also von oben nach unten oder von bottom up und von unten nach oben Prozessen.
00:45:25: Wenn wir diese achtzig prozent sehen, dass das die Mehrheit der Prozesse ist, der Reaktionen, die wir körperlich zeigen, dann steht es für mich außer Frage, dass wir uns mit dem Körper beschäftigen müssen.
00:45:37: Weil diese Reaktionen auf die Wut, auf die Trigger, was auch immer gerade passiert kommen häufig direkt aus unserem Körper.
00:45:44: Und die sind da aber in unserem Unterbewusstsein abgespeichert.
00:45:48: Das heißt, da helfen uns Tools ... Also ich arbeite zum Beispiel mit NESC, das ist eine meiner Ausbildungen, die ich gemacht habe.
00:45:56: Das heisst Neuro Embodied Soul Centering oder auch mit traumasensiblen Ansätzen eben Imaginationen.
00:46:03: wie fühlen sich Dinge im Körper an Bilder entstehen zu lassen?
00:46:07: Auch das kann man zum Beispiel üben.
00:46:08: Manche sehen erst mal überhaupt gar keine Bilder, irgendwann später gelingt es ihnen Bilder zu sehen weil sie sich mehr und mehr mit sich selbst verbinden.
00:46:16: also ganz viele hat damit zu tun in sich selbst zu spüren Und dieses Spüren auch zu erlauben Also dass auch stattfinden zu lassen dass das okay ist dass ich gerade was verspannt und das einfach nur wahrzunehmen und das ist halt etwas was ich auch in den Alltag übertragen kann.
00:46:34: Also so ein Tipp für den Alltag, eben ... meinen Körper mehr und mehr wahrzunehmen.
00:46:41: Und das fällt sehr vielen Menschen erst mal super schwer, weil wir das nicht gelernt haben.
00:46:46: Wir wurden als Kinder nicht gefragt, wie fühlt sich das für dich an?
00:46:50: Wo kannst du es spüren?
00:46:51: Das sind Fragen, die mittlerweile in so einer Blase passieren, aber auch da nicht überall.
00:46:57: und dass die Kinder eben von klein auf lernen können, ah okay meine Reaktionen sind mit einem Gefühl im Körper verbunden.
00:47:05: Und das ist es was ich auch Erwachsenenpersonen mitgeben würde zu lernen, zu spüren.
00:47:12: Das kann man zum Beispiel machen indem man sich einen Wecker stellt auf drei oder fünf mal am Tag also so ein Timer einfach alle drei Stunden oder was?
00:47:22: Und immer wenn der klingelt nimmt man sich den Moment Und spürt mal, wie fühlt sich mein Körper gerade an?
00:47:29: Wie bin ich grade hier.
00:47:31: Bin ich voll mit Herzklopfen und Stress, weil ich von einer Aufgabe zur nächsten hüpfe oder bin ich grad total fertig und
00:47:39: K.O.?
00:47:40: Wenn ja, wo kann ich das spüren in meinem Körper?
00:47:43: Das ist so eine Kleinigkeit, womit man mehr und mehr in so ne Situation kommen kann von ... Ich nehme meinen Körper überhaupt erst mal wahr!
00:47:51: Weil das bei vielen eben nicht der Fall is'.
00:47:54: Dabei ist in unserer Sprache das so häufig.
00:47:57: Wir sprechen von Bauchgefühl und Liebe geht durch den Magen, oder es geht unter die Haut ... Und diese Körperregungen können halt auch überall sein!
00:48:07: Also nicht nur in unserem Magen- und in unserem Bauch-, oder in unserem Herzraum, sondern auch im kleinen Zee, im Knie, in einem rechten Pobacker, was auch immer.
00:48:19: Wenn man da mehr und mehr merkt, okay, was passiert eigentlich jetzt gerade mit mir?
00:48:24: Und das auch in guten Momenten mal beobachtet, wie ist man draufkörperlich?
00:48:29: Ist man eher zusammengezogen, verspannt oder ist man eher geöffnet im Oberkörper und weit.
00:48:34: Wie geht der Atem?
00:48:36: Der Atem ist so ein Tool was uns den ganzen Tag, vierundzwanzig sieben begleitet aber die wenigsten schauen wirklich hin, wie geht mein Atem eigentlich?
00:48:47: Das war so mein Eintritt in die Körperwelt.
00:48:51: da habe ich erstmal festgestellt, wie oft ich meinen Atem am Tag anhalte Und das habe ich vorher nie wahrgenommen.
00:48:57: Dann hab ich gemerkt, oh Gott wie oft passiert mir das?
00:49:01: Dass mein Atem anhalte weil ich in irgendeiner Stresssituation bin und das hat viel mit mir gemacht darauf zu achten, wie geht mein Atm?
00:49:09: Und halt auch immer wieder einzuchecken.
00:49:12: okay mein Kind macht dies, mein Kind mach dass, mein Partner, Partnerin macht dies... Wie fühlt sich das für mich an?
00:49:19: Wie kann ich das gerade spüren?
00:49:23: Damit kann ich mehr und mehr Verständnis für mich selbst finden, mehr in diesen Prozess eintauchen.
00:49:29: Und dann gibt es natürlich aber auch Übungen die man machen kann, die man am Anfang vielleicht auch einfach stoisch wie das Szene putzen übt?
00:49:39: Aber dann tatsächlich irgendwann im Fleisch und Blut übergehen.
00:49:42: und dann macht man die einfach so ... Klassiker ist sich im Raum zu orientieren.
00:49:48: Klingt komisch, aber ist so!
00:49:50: Also wirklich mit dem ganzen Kopf sich zu drehen, auch hinter sich zu gucken und dabei innerlich benennen was man sehen kann.
00:49:57: Und das ist eine super kleine Sache, kann aber unheimliche Entspannung in unser System bringen und sagt unserem System im Prinzip du bist hier grad sicher der Sebelzahntiger kommt nicht.
00:50:09: es ist in Ordnung Es gibt so viele Möglichkeiten da hinzukommen.
00:50:14: Ganz ganz wichtig ist aber ein Punkt und dass es reflektieren.
00:50:18: also Wenn du von mir wissen willst, was muss ich tun um mehr und mehr mit meiner Wut klarzukommen?
00:50:26: Dann muss ich viel reflektieren.
00:50:27: Und zum Reflektieren gehört für mich das Spüren im Körper dazu.
00:50:30: Weißt du,
00:50:30: was auch dazugehört?
00:50:32: Mut!
00:50:33: Ja
00:50:34: ist korrekt.
00:50:34: Sehr sehr sehr viel Mut weil ... Ich glaube da genau hin zu gucken und zu spüren wenn es einem gut geht, dass is ja leicht.
00:50:43: Ja
00:50:44: aber wenn's einem nicht gut geht und man soll dann da rein spülen, glaubt da knicken viele ein, weil dann
00:50:52: ja
00:50:52: unangenehme Gefühle hochkommen.
00:50:55: Die man vielleicht auch anfangs nicht einsortieren kann.
00:50:57: Deswegen sind so Übungen die wir zur Regulation machen können wie das mit dem Orientieren was ich gerade gesagt habe wichtig dann zu üben wenn es einem gut geht damit man sie überhaupt in stressigen Situationen einsetzen kann.
00:51:08: Weil in diesen stressigen situationen denken wir da dann eben häufig nicht dran und wir kommen nicht dazu.
00:51:14: und was auch immer wir noch für Themen erfinden können Und für mich ist es halt ein Ding, dass man an so vielen Punkten ansetzen darf und auch sich selbst kritisch zu hinterfragen.
00:51:28: Wie bin ich denn als Partner-Partnerin?
00:51:30: Wie bin Ich denn als Mama?
00:51:33: Was beschäftigt mich hier eigentlich gerade?
00:51:34: oder wie Bin ich als Selbstständige oder was auch immer als Angestellte?
00:51:38: Wie reagiere ich dort?
00:51:39: in welchem Muster verfalle ich oft?
00:51:42: Auch Wut kann ein Muster sein und das irgendwann zu entdecken und zu merken acht immer.
00:51:46: dann werde ich wütend.
00:51:48: da kann ein unheimlich großes Geschenk drin liegen.
00:51:51: Und dann kann uns die Wut nämlich Dinge zeigen, die wir ohne die Wutt nie sehen würden.
00:51:58: und dann kommt dieser Spruch zum Tragen hinter jeder Wut liegt ein Geschenke.
00:52:01: das ist immer so wo viele sagen so hey geh mir weg mit deinem Geschenkel.
00:52:05: das klingt wie ein Kalenderspruch aber wenn man genauer hinguckt kann man halt dann sehen okay was macht mich wütend?
00:52:14: Was kann ich in meinem Leben verändern und mit dieser Wut gut klarzukommen.
00:52:20: Da drück ich es weiter hin, veränder' ich mein Leben nicht, bleibt alles so wie's ist und wird halt immer, immer ärger im
00:52:26: System.".
00:52:27: Liebe Saskia!
00:52:28: Ganz lieben Dank für den Einblick in die Wut.
00:52:31: Ich schau mal was sich im nächsten Geschenk verbirgt wenn ich mal wieder wütend bin?
00:52:35: Das ist bestimmt auch nicht so ein weiter Ferne... Und ja ganz lieben dank an dich.
00:52:40: und fröhliches Wüten würde ich sagen.
00:52:43: Und reflektieren Genau, also fröhliches Wüten und Reflektieren.
00:52:48: Und
00:52:49: sanft und milde mit sich zu sein, wenn's mal nicht so läuft wie es gerade vielleicht hätte laufen sollen in unserer Vorstellung oder was
00:52:56: auch.
00:52:56: Wir arbeiten daran!
00:52:57: Bis dahin und bis zur nächsten Folge.
00:52:59: ich freue mich.
00:52:59: Ich danke dir vielmals für die erneute Einladung und dann freu ich mich aufs nächste Mal.
00:53:05: Bis dahinten, tschüss!
00:53:09: Das war und jetzt der Podcast mit Maryke Katschmareth.
00:53:13: Schön dass du dabei bist.
00:53:14: Wenn du auch die nächsten Folgen nicht verpassen möchtest, dann abonniere meinen Podcast und jetzt und aktiviere die Glocke.
00:53:20: So bleibst du definitiv auf dem Laufenden!
00:53:22: Besuch mich gerne auf meiner Website www.undjetztpunkte.de.
00:53:26: Dort kannst Du Dich auch an meine Newsletter eintragen und erhält regelmäßig spannende News- und Behind-the-Sceneinflicke zum Podcast.
00:53:32: Wenn Du Fragen oder Anmerkungen zu UndJetzt hast, dann kannst Du mir auch gerne eine E-Mail schreiben an halloet undjetztpunkt.de.
Neuer Kommentar